Neumann, Abundus

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Abundus Neumann

Abundus Neumann

Abt des Zisterzienserklosters Kamenz in Schlesien 1757–1773

* 10. April 1702 Heinrichau, Schlesien [Henryków, Polen]
08. Juli 1773 Kamenz [Kamieniec Ząbkowicki]

Abundus Neumann wurde am 10. April 1702 in Heinrichau geboren. Im Alter von 24 Jahren wurde er am 23. August 1726 im Zisterzienserkloster Kamenz von Abt Gerhard Woywoda als Novize eingekleidet und erhielt den Ordensnamen Abundus. Ein Jahr später legte er seine Profess ab und wurde nach vierjährigem Theologiestudium am 19. Mai 1731 zum Priester geweiht. Nachdem er in den letzten Jahren schon Prior des Abtes Tobias Stusche gewesen war, erfolgte am 28. Juni 1757 seine Wahl zum Abt, die am 20. Juli vom König (Friedrich II.) bestätigt wurde.

Von Abundus Neumanns Wirken als Abt berichtet das Professbuch nichts. Frömrich bezeichnet seine ersten Regierungsjahre als „kummervoll“. Der Grund für den Kummer waren die immensen von seinem Vorgänger übernommenen Schulden und der Siebenjährige Krieg, der Schlesien zum Sammelplatz feindlicher Heere machte. Die hohen von König Friedrich erpressten und durch weitere Kredite finanzierten Kontributionen, erhöhten den Schuldenberg weiter, den Abt Abund nach dem Hubertusberger Frieden abzutragen versuchte. Das Lieblingsfach des hochgebildeten Abtes war das Theologiestudium, das ihn bis zu seinem Lebensende beschäftigte. Er eröffnete auch, wie die Klöster Rauden und Heinrichau, eine Lateinschule.

Am 8. Juli 1773 nach drei Uhr morgens, als die Brüder zur Matutin in der Kirche versammelt waren, starb er. Er wurde in der Josephskapelle begraben. Ihm folgte Raphael Rösler.

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Daten:

Vest.: 23. Aug. 1726; Prof.: 1727; Sac.: 19. Mai 1731; Abbas: el. 28. Juni 1757.

Literatur:

Frömrich, Gregor: Kurze Geschichte der ehemaligen Cistercienser Abtey Kamenz in Schlesien, Glatz 1817, S. 170–171 · Knauer, Paul: Die Äbte des Zisterzienserklosters Kamenz im letzten Jahrhundert seines Bestehens, in: Schlesisches Pastoralblatt Nr. 3, 35. Jahrgang, März 1914, S. 40–42 · Grüger, Heinrich: Schlesisches Klosterbuch: Kamenz. Augustiner-Propstei, dann Zisterzienserstift, in: Jahrbuch der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau, Band 21, 1980, S. 84–109.

Zitierempfehlung: Neumann, Abundus, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 15.12.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Neumann,_Abundus