Obauer, Marian

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Marian Obauer

Marian Obauer

10. Abt des Zisterzienserstiftes Schlierbach 1804–1818

* 31. Nov. 1745 Scharnstein, Oberösterreich
† 12. Mai 1818 Schlierbach

Marian Obauer, geboren in Scharnstein bei Viechtwang als Sohn des Hofbraumeisters Matthias Obauer und der Sensenschmiedtochter Eva Maria Obauer, geb. Moserin aus Steyrling, legte am 14. September 1766 die ewige Profess ab und absolvierte sein Theologiestudium teils im benachbarten Benediktinerstift Kremsmünster (Dogmatik und Kirchenrecht), teils im Stift Schlierbach. Die Priesterweihe empfing er am 22. September 1770 (Primiz 21. Okt. 1770).

Unter Abt Konstantin Frischauf war er Prior und Stiftspfarrer (1784), seit 1791 Novizenmeister und Pfarrer von Kirchdorf. Am 11. Januar 1804 wurde er zum Abt gewählt und am folgenden Tag in der Stiftskirche durch den Linzer Diözesanbischof Joseph Anton Gall, der auch der Wahl vorgestanden hatte, benediziert und infuliert.

Abt Marian übernahm die Leitung der Abtei, nachdem er schon als Prior den wirtschaftlichen und spirituellen Niedergang des Klosters im Zeitalter der josephinischen Reformen miterlebt hatte, in den ungünstigsten Zeitverhältnissen. Der vor allem durch den Bau von Kirchen, Pfarrhöfen und Schulen, deren Bau noch Kaiser Joseph II. den Stiften und Klöstern befohlen hatte, entstandene Schuldenberg war so hoch, dass Schlierbach nicht einmal die Wahltaxe aufbringen konnte. Der Einfall der französischen Heere (Napoleonische Kriege), die daraus resultierenden Kriegsabgaben, die Abwertung des Papiergeldes 1811 und noch dazu Missernten brachten das Stift schließlich soweit, dass die Steuern nicht mehr bezahlt werden konnten. Am 16. November 1815 wurde deshalb über das Stift Schlierbach die Sequestration verhängt und die Wirtschaftsverwaltung weltlichen Beamten übertragen.

Der zunehmend alterschwache Abt hatte dieser Entwicklung nichts mehr entgegenzusetzen. Er starb am 12. Mai 1818 und wurde auf dem Stiftsfriedhof beigesetzt. Sein Grab ist heute nicht mehr auffindbar. An eine Neuwahl war wegen der schlechten Finanzlage nicht zu denken. Es folgte die 46 Jahre währende Zeit der Administratoren.

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Daten:

Prof.: 14. Sep. 1766; Sac.: 22. Sep. 1770; Prim.: 21. Okt. 1770; Abbas: el. 11. Jan. 1804, ben. 12. Jan. 1804.

Literatur:

Etzlstorfer, Hannes: „Die Kunstsammlungen des Stiftes Schlierbach,“ in: 650 Jahre Stift Schlierbach, Red. P. Ludwig Keplinger OCist, Schlierbach 2005. · Hofinger, Benedict: „Schlierbach,“ in: Beiträge zur Geschichte der Cistercienserstifte, Wien 1891, S. 392–405, bes. S. 402. · [Zeller, Florian]: Das Zisterzienserstift Schlierbach im Kremstale, Schlierbach [1920], S. 46.

Zitierempfehlung: Obauer, Marian, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 26.3.2014, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Obauer,_Marian