Schnitzer, Alois

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Alois Schnitzer OCist

Alois Schnitzer OCist

37. Abt des Zisterzienserstiftes Stams 1839–1867

* 12. Jan. 1789 Innsbruck
07. Juli 1867 Stams

Alois Schnitzer war der Sohn eines Bäckermeisters. Seine beiden Brüder Caspar (P. Stanislaus OCist, 1794–1821[1]) und Laurenz (P. Casimir Schnitzer OCist, 1773–1838[2]) waren ebenfalls Zisterzienser im Stift Stams.

Anton Sebastian, wie der spätere Abt Alois mit Taufnamen hieß, studierte Philosophie und Theologie in Innsbruck. Am 5. Januar 1812 zum Priester geweiht, war er dann Weltpriester (1814–1815 Kooperator in Seefeld) und Privatlehrer in Brixen, bis er im November 1816 mit seinem jüngeren Bruder Caspar in das eben wiedererrichtete Kloster Stams eintrat. Nach der Profess (24. Nov. 1817) als Religionslehrer am Gymnasium Innsbruck angestellt, war er dort von 1823 bis 1839 Präfekt und wurde dann auf die durch den Tod seines Bruders Casimir freigewordene Pfarrstelle in Mais versetzt (16. März 1839). Dort blieb er allerdings nur drei Monate – bis er am 3. Juli 1839 zum Abt gewählt wurde.

Abt Alois ließ Umbauten am Stiftsgebäude vornehmen (1840–1842) und den Bibliothekssaal neu gestalten. Während seiner Regierungszeit erlitt das Stift Stams durch die im Zuge der Agrarreform 1848/49 vorgenommene Grundentlastung (u.a. Wegfall des Zehnten) deutliche wirtschaftliche Einbußen.

Aus Schnitzers Feder stammen mehrere Manuskripte, die im Stiftsarchiv aufbewahrt werden, u.a. eine Autobiographie bis zum Zeitpunkt seiner Abtwahl, ein »Diarium Aloisii Abbatis«, in dem er die Zeitumstände beschreibt, und Reisetagebücher.

Abt Alois Schnitzer starb am 7. Juli 1867, in den letzten Lebensjahren fast völlig erblindet.

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  1. Vgl. Album Stamsense Nr. 672
  2. Vgl. Album Stamsense Nr. 643

Daten:

Sac. saec.: 5. Jan. 1812; Vest.: 24. Nov. 1816; Prof.: 26. Nov. 1817; Abbas: el. 3. Juli 1839.

Literatur:

ÖBL 1815–1950, Bd. 10 (1994), S. 406. · 700 Jahre Stift Stams 1273–1973. Stams 1973 · Album Stamsense seu Catalogus religiosorum sacri et exempti Ordinis Cisterciensis archiducalis Monasterii B. V. Mariae et S. Joann. Bapt. in Stams. 1272−1898 [ed. K. Lindner]. Salzburg 1898, Nr. 671 [1].

Zitierempfehlung: Schnitzer, Alois, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 12.6.2014, URL: http://www.biocist.org/wiki/Schnitzer,_Alois