Schnitzer, Casimir

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Casimir Schnitzer

Casimir Schnitzer

Zisterzienser des Stiftes Stams in Tirol; Pfarrer in Mais, Kirchenhistoriker

* 09. Aug. 1773 Innsbruck
† 26. Mai 1838 Mais

Casimir Schnitzer, Taufname Laurenz Jakob Joseph, war der Sohn eines Bäckermeisters. Seine beiden jüngeren Brüder Caspar (P. Stanislaus Schnitzer OCist, 1794–1821) und Anton Sebastian (P. Alois Schnitzer OCist, 1789–1867) waren ebenfalls Kapitularen im Stift Stams, P. Alois war von 1839–1867 Abt des Klosters.

Casimir Schnitzer trat 1793 in das Noviziat ein, wurde 1796 zum Priester geweiht und legte 1797 die Profess ab. 1798 wurde er Unterpfisterer (Cellerarius inferior) und ging 1803 als Kooperator nach Mais. Dort wurde er, nachdem er von 1805 bis 1808 wieder als Pfistermeister (lat. pistrinarius, d.i. Cellerar) im Stift tätig gewesen war, am 28. August 1808 Pfarrer und blieb auf diesem Posten 30 Jahre bis zu seinem Tod.

Neben seiner pastoralen Tätigkeit beschäftigte sich Schnitzer mit historischen Forschungen, wobei er sich insbesondere auf die Diözese Brixen und sein Heimatkloster Stams konzentrierte. Neben Zeitschriftenbeiträgen arbeitete er an Franz Anton Sinnachers „Beyträgen zur Geschichte der bischöflichen Kirche Säben und Brixen in Tyrol“ (9 Bde., 1821 ff.) und am Schematismus der Trientiner Geistlichkeit mit. Er verfasste u. a. „Die Kirche des hl. Virgilius und ihre Hirten“ (1825–28), eine zweibändige Geschichte des Bistums Trient; außerdem auf Wunsch des mit ihm befreundeten Abtes Augustin Handle die ungedruckte Chronik „Blicke in die Geschichte von Stams“ (1821) mit einer Geschichte der Pfarre Mais. Mit Handle führte er – ebenso wie mit dessen Vorgänger Sebastian Stöckl, dessen wichtigster Biograph er war – eine umfangreiche Korrespondenz und wurde von beiden als Ratgeber geschätzt.

gge, Juni 2014, rev. Nov. 2019


Daten:

Vest.: 16. Feb. 1793; Prof.: 15. Okt. 1797; Sac.: 20. Nov. 1796

Werke:

Der marianische Dreyßigste, 1814, 4. Aufl. 1835 (Gebetbuch) · Beiträge in Bothe von und für Tirol und Vorarlberg · Das Urländchen Tirol oder die Geschichte der Landesviertel Vintsgau und Burggrafenamt, 1828 · Abt Sebastian Stoeckl · Denkwürdigkeiten zu Mais · Ehrenrettung Maximilians des Deutschmeisters · Topographisch-statistische Beschreibung von Meran, alle Manuskripte, Stiftsarchiv Stams, Tirol.

Literatur:

Sterbebild · ÖBL 1815–1950, Bd. 10 (Lfg. 50, 1994), S. 406 (J. Ernst) · Album Stamsense seu Catalogus religiosorum sacri et exempti Ordinis Cisterciensis archiducalis Monasterii B. V. Mariae et S. Joann. Bapt. in Stams. 1272−1898 [ed. K. Lindner]. Salzburg 1898, Nr. 643.

Normdaten:

GND: 103168364X · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Schnitzer, Casimir, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 2.11.2019, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Schnitzer,_Casimir