Tobner, Zephyrin

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Zephyrin Tobner

Zephyrin Tobner OCist

Pseudonyme: Franz Rath, Alfred Treuwald

Zisterzienser des Stiftes Hohenfurt; Erzähler und Lyriker

* 31. Okt. 1847 Budweis, Böhmen [České Budějovice]
01. April 1926 Hohenfurt, Böhmen [Vyšší Brod]

Zephyrin Tobner, Taufname Alfred, wurde am 31. Oktober 1847 in Budweis als Sohn des Schuhmachers Karl Tobner und seiner Frau Barbara geboren. Er trat nach der Matura am 19. August 1865 unter Abt Leopold Wackarž in das Kloster Hohenfurt ein, legte 1869 die Profess ab und wurde 1870 Priester. Danach war er Kaplan in Brünnl (16. Sep. 1870), Höritz (3. Jan. 1872) und Rosenberg (30. Aug. 1876) und wurde am 30. Januar 1887 Pfarradministrator in Heuraffl.

Krankheitshalber musste er die Pfarrseelsorge schon nach einem Jahr aufgeben und war dann drei Jahre Katechet am Gymnasium in Prachatitz (13. Sep. 1889) und zwei Jahre an der Bürgerschule in Budweis (15. Sep. 1893). Am 1. Januar 1895 in das Kloster zurückgerufen, war er viele Jahre Magister der Novizen und Kleriker (4. Aug. 1899), bis er 1922 aus Altersgründen von diesem Amt entpflichtet wurde.

Schon als Kaplan in Brünnl war er in Vorträgen und Beiträgen für die Presse und soziale Vereine tätig, u.a. verfasste er die Broschüre Bauer und Casino-Mann und gründete den katholischen Arbeiterverein in Hohenfurt. Für das damals gegründete Volksblatt für Stadt und Land verfasste er Aufsätze und für den von ihm begründeten Landboten zahlreiche Erzählungen, von denen der Türkenkrieger (1909) und Der Zigeunerwald (1923) auch in Buchform erschienen. 1922 gründete er mit P. Justin Zichraser die Zeitschrift Glaube und Heimat – Kirchenblatt für das Bistum Budweis, für die er zahlreiche Beiträge lieferte, deren letzte erst nach seinem Tod erschienen. Auch für die Verbreitung der Herz-Jesu-Andacht setzte er sich sehr ein und förderte die Marienverehrung, u.a. durch Einführung der jährlichen Männerwallfahrt nach Maria Rast (am Stein), der Mai- und Oktoberprozession der Rosenkranzbruderschaft und der marianischen Jungfrauenkongregation (die er 1910 gegründet hatte und deren Präsident er war). Er gab auch die Anregung zur Veranstaltung des ersten Katholikentages für Südböhmen in Hohenfurt.

Er starb am 1. April 1926, Gründonnerstag, und wurde auf dem Klosterfriedhof begraben. Er war Konsistorialrat der Diözese Budweis ehrenhalber (24. Juli 1920) und bischöflicher Notar (8. Nov. 1902).

gge, April 2017


Daten:

Vest.: 19. Aug. 1865; Prof.: 29. Aug. 1869; Sac.: 24. Juli 1870.

Werke:

Kriegslied, 1915 · Marienlied für die Kriegszeit, 1915 · Der Zigeunerwald. Eine Geschichte aus dem dunklen Böhmerwald, Krumau 1923 (Nachdruck 1964, 1987).

Literatur:

Zichraser, Justin: Dem Andenken von P. Zephyrin Tobner, in: Glaube und Heimat 1926, Nr 8, S. 57–58 · Acta curiae episcopalis Bohemo-Budvicensis, 1926, Nr. 12, S. 48.

Normdaten:

GND: 107591677 · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Tobner, Zephyrin, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 23.4.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Tobner,_Zephyrin