Trusic, Miro

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Miro Trusic

Miro Trusić OCist

Prior des Klosters Jastrebarsko, Kroatien 1982–2008

* 10. Juni 1946 Dubrovnik, Kroatien
† 18. Sep. 2019 Feldkirch, Vorarlberg

Miro Branimir Trusić lernte auf einer Reise nach Polen den Zisterzienserorden kennen. In Heiligenkreuz und bei den Franziskanern in Hall, Tirol, begann er das Studium der Theologie und trat dann als Novize in die Abtei Rein ein. Von dort kam er 1974 nach Mehrerau, wo er am 31. August 1975 die Profess ablegte. Am 9. September 1979 empfing er in Dornbirn von Bischof Bruno Wechner die Priesterweihe.

Sein Wunsch war es, in seiner Heimat Kroatien, wo es seit 450 Jahren kein Zisterzienserkloster mehr gab, den Orden wieder einzupflanzen. 1983 gelang es, von der Franziskanerprovinz Zagreb das Kloster Jastrebasko zu pachten. Mit großem Eifer begann Pater Miro, das von Zivilisten bewohnte und unbeschreiblich vernachlässigte Kloster freizubekommen und wieder instandzusetzen. Auch die Klosterkirche mit der Wallfahrtskapelle zu Maria vom Berge Karmel passte er umsichtig der erneuerten Liturgie und für ein monastisches Chorgebet an. An Sonn- und Werktagen hatte P. Miro fast immer eine voll besetzte Kirche, da die Gläubigen seinen Gesang und seine Predigten schätzten.

Da P. Miro es verstand, in Wort und Schrift für das monastische Leben zu werben, meldete sich eine nicht unbeträchtliche Zahl junger kroatischer Männer zum Eintritt in das Noviziat im Kloster Mehrerau, von denen aber nur wenige durchhielten. Besonders negativ wirkte sich der serbisch-kroatische Krieg 1991/95 aus, zu dem fast alle jungen Männer eingezogen wurden. Als die Front bis zur nahen Stadt Karlovac vordrang, öffnete P. Miro sein Kloster für Flüchtlinge und organisierte unermüdlich humanitäre Hilfe aus dem Ausland.

Er war ein ausgezeichneter Musiker, Komponist und Sänger, Mitglied des bekannten Ensembles Collegium pro musica sacra. Er komponierte Lieder, die der Muttergottes von Karmel gewidmet waren. 2005 wurde er mit dem Stadt-Jastrebarski-Preis im Jasak-Kloster ausgezeichnet.

Da sich P. Miros Gesundheitszustand immer mehr verschlechterte und er wegen seiner Diabetes fast völlig erblindet war und weil der Pachtvertrag für das Klostergebäude ausgelaufen war und nicht verlängert werden konnte, brach Abt Anselm van der Linde im Jahr 2009 den Versuch der Gründung ab. 2011 kehrte P. Miro nach Mehrerau zurück, konnte aber mit Ausnahme der Sonntagsmesse am Klosterleben kaum mehr aktiv teilnehmen. Er starb am 18. September 2019 im LKH Feldkirch und wurde auf dem Klosterfriedhof begraben.

gge, Sep. 2019


Daten:

Prof.: 31. Aug. 1975; Sac.: 9. Sep. 1979.

Literatur:

Nachruf.

Zitierempfehlung: Trusic, Miro, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 29.9.2019, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Trusic,_Miro