Verhoven, Edmund

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Edmund Verhoven

Edmund Verhoven

letzter Abt von Heisterbach

* 26. April 1740 Merl, Mosel [Zell]
† 13. April 1813 Siegburg

Johann Walter Verhoven wurde am 26. April 1740 als einziger Sohn[1] der Eheleute Gisbert Verhoven, gebürtig aus Brabant, und Johanna Katharina Petri in Merl an der Mosel[2] geboren und am 29. April ebd. getauft.

Er trat 1759 in die Abtei Heisterbach ein, unterzeichnete 1766 als Sakristan und wurde 1796 Abt des hoch verschuldeten Klosters. Unmittelbar vorher muss er Expositus (d.h. auf einem Posten außerhalb der Abtei tätig) gewesen sein, da im Personal-Status vom 30. Oktober 1802 sein damaliger Aufenthalt in Heisterbach als "im 6. Jahre" angegeben wird (Pohl 106).

Als Abt hatte Verhoven die Verhandlungen zur Aufhebung des Klosters Heisterbach (Säkularisation 1803) zu führen und musste auf Anforderung des Richters des Amtes Löwenburg ein genaues Verzeichnis der in der Abtei befindlichen Personen, deren Unterhaltsmittel und Tätigkeit aufstellen[3] (Gansel 118). Brustkreuz und Ring beließ ihm die Aufhebungskommission gnädig, zog den Wert aber von seiner Pension ab[4].

Am 15. April 1806 richtete Verhoven eine Bittschrift an den Großherzog von Berg, Joachim Murat, um Erhöhung seiner Pension, die aber erfolglos geblieben sein dürfte, da noch für den Juni, Juli und August 1807 die vierteljährliche Pension mit nur 112 écus 30 sols, zahlbar durch den Receveur général des revenues ecclésiastiques du Duché de Berg in Düsseldorf, für ihn angewiesen wurde[5] (Pohl 106).

Abt Verhoven starb am 13. April 1813 in der Gastwirtschaft Hutmacher[6] in Siegburg, wo er logierte, »an völliger Entkräftung« (Todesanzeige) und wurde ebd. am 14. April begraben.

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  1. Nach Gansel (1929) soll er »der fünfte Sohn neben sieben Schwestern« gewesen sein. Gemeint ist wohl: fünftes Kind, denn Pohl (1902) gibt an, das das Taufregister von 1735–1750 nur einen einzigen Sohn verzeichnet.
  2. seit 1969 Ortsteil von Zell (Mosel)
  3. Abgedruckt in Maassen, Geschichte der Pfarreien des Dekanates Königswinter. Köln, Bachem, 1890 S. 557–563.
  4. · Schumacher, Johannes: Deutsche Klöster, Bonn 1928, S. 158.
  5. Nach §64 des Reichsdeputationshauptschlusses vom 25. Feb. 1803 sollten Äbte »verhältnismäßig nach dem Vermögen ihrer Abtei 2000 bis 8000 Gulden Pension« erhalten, was aber nicht geschah.
  6. die spätere Löwenapotheke

Literatur:

 
  • Gansen, Peter: Der letzte Abt von Heisterbach Edmund Verhoven. In: Bergisch-Jülichsche Geschichtsblätter: Monatsschrift des Bergischen Geschichtsvereins für die Herzogtümer Berg und Jülich 6.6 (1929), S. 118–119.
  • Pohl, Joseph: Die Schicksale der letzten Mönche von Heisterbach. In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 73 (1902), S. [88]–111, bes. 106.
 

Zitierempfehlung: Verhoven, Edmund, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 20.3.2014, URL: http://www.biocist.org/wiki/Verhoven,_Edmund