Boutmy, Brieuc

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Cyprien Morel OCSO

Brieuc Boutmy OCSO

4. Abt von Timadeuc 1912–1922

* 13. Feb. 1853 Saint-Brieuc, Côtes-d'Armor
† 24. April 1922 Bréhan, Morbihan

Brieuc Boutmy, Taufname Pierre-Maurice, geboren 1853 in Saint-Brieuc in der Bretagne, absolvierte zunächst eine Kunsttischlerlehre, bevor er das Collège Saint Charles in Saint-Brieuc besuchte und dann in das Priesterseminar eintrat. Nach der Weihe zum Diakon wurde er Lehrer in Quintin und wurde am 26. Mai 1877 von Bischof Augustin David zum Priester geweiht. Im Jahr darauf übernahm er eine Hauslehrerstelle bei der Familie Du-Foû-de-Kerdaniel. Von 1879 bis 1884 unterrichtete er am Collège Saint Charles in Saint-Brieuc.

Am 14. August 1884 trat Pierre Boutmy in das Seminar der Missions Etrangères de Paris (MEP) ein, erhielt seine Missionsbestimmung im von der MEP betreuten Apostolischen Vikariat Yünnan (heute Erzbistum Kunming) und reiste am 7. Oktober 1885 dorthin ab. Boutmy war in China von 1885 bis 1893, als er die MEP verließ, um Zisterzienser zu werden.[1]

Am 13. Februar 1893 bat er in der Zisterzienserabtei strengerer Observanz Notre-Dame de Timadeuc in der Bretagne um Aufnahme und wurde am 5. Oktober 1893 als Chornovize Frère Brieuc eingekleidet. Nach zweijährigem Noviziat legte er am 1. November 1895 die einfachen Gelübde ab und wurde, da ein Mangel an Priestermönchen bestand, noch vor der feierlichen Profess mit wichtigen Aufgaben betraut: von 1895 bis 1896 war er Konversenmagister, dann bis 1897 Novizenmeister. Am 21. November 1898 legte er die feierliche Profess ab und wurde 1903 zum Subprior gewählt, zusätzlich zum Amt des Novizenmeisters. Während mehrerer Jahre war er auch Abtsekretär.

1908 ging Boutmy als Superior in die 1903 als Zufluchtsmöglichkeit im Falle einer Klosteraufhebung in Frankreich gekaufte Zweigniederlassung Petit-Clairvaux in Nova Scotia, Kanada, bis er am 6. August 1912 zum Abt von Timadeuc gewählt wurde. Die Benediktion spendete ihm Bischof Gouraud von Vannes am 2. Oktober 1912 in Timadeuc. Es assistierten die Äbte Edmond Obrecht von Gethsémani in Kentucky (USA) und Robert Lescand, Titularabt Saint-Aubin-des-Bois und Abt Vikar in Cîteaux.

Dom Brieuc gründete 1920 das Trappistinnenkloster Notre-Dame de Bonne-Garde in Sainte-Anne-d'Auray, das 1953 nach Campénéac bei Ploërmel verlegt wurde (La Joie Notre-Dame).

Ein Mitbruder charakterisierte Boutmy so: „P. Brieuc hatte nie die Zeit, sich nach dem zisterziensischen Ideal zu bilden, und wurde viel zu früh mit Ämtern befrachtet, weil man zu dieser Zeit nur wenig Priester hatte. Er war ein sehr strenger Mönch, mit ausgeprägt rancéanischer Tendenz. Sein Abbatiat blieb deshalb glanzlos, auch weil der jüngere Teil der Gemeinschaft in Kanada war und zwei Jahre nach Beginn seines Abbatiats zum Kriegsdienst [Erster Weltkrieg] einberufen wurde.“ (Frère Mériadec, 20. März 1964)

Er starb am 24. April 1922, um acht Uhr abends.

gge

  1. Ein selbstverfasster Bericht über seine ersten Eindrücke in China findet sich in Les Missions Catholiques 21 (1889), S. 406–408, 441–444, 453–456, 464–467, 478–479, 486–488, 505–506, 511–514, 540–541 und 561–564 („Mes premières impressions dans le Yun-nan“).

Daten:

Sac.: 26. Mai 1877; Vest.: 5. Okt. 1893; Prof.: 1. Nov. 1895, 21. Nov. 1898; Abbas: 6. Aug. 1912, ben. 2. Okt. 1912.

Q.:

MEP Archives, Notices nécrologiques.

Zitierempfehlung: Boutmy, Brieuc, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 20.9.2015, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Boutmy,_Brieuc