Obrecht, Edmond

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Edmond Obrecht OCSO

Edmond Obrecht OCSO

4. Abt von Gethsemani 1898–1935

* 13. Nov. 1852 Stotzheim, Elsass
04. Jan. 1935 Gethsemani, Kentucky

Der Sohn eines elsässischen Bauern hatte das kleine Seminar in Alençon und das große Seminar des Instituts für die Außenmissionen (MEP) in Paris besucht und danach an der Sorbonne studiert. Im Deutsch-Französischen Krieg hatte er auf französischer Seite gekämpft. Mit 23 Jahren trat er im Februar 1875 in das Kloster La Trappe in Frankreich ein. 1878 zum Priester geweiht, wurde er im selben Jahr als Cellerar der Abtei Tre Fontane und Sekretär des Generalprokurators der drei damals bestehenden Trappistenobservanzen nach Rom geschickt. Als der Prokurator Francois-Régis Martrin-Donos 1879 seinen Posten aufgab, blieb Obrecht Sekretär des Vize-Prokurators Stanislaus White.

1893 bis 1897 reiste er im Auftrag Papst Leos XIII. durch Europa und die Vereinigten Staaten, um Geld für den Aufbau der Abtei Tre Fontane als Generalatshaus zu sammeln. Nach dem Rücktritt Edward Chaix-Bourbons wurde er zuerst zum Superior der Abtei Gethsemani ernannt und am 11. Oktober 1898 zum (vierten) Abt gewählt. Die Benediktion erfolgte am 28. Oktober 1898 durch den Bischof von Louisville, William George McCloskey. 37 Jahre lang, bis zu seinem Tod, stand Obrecht dem Kloster vor. Er unternahm zahlreiche Visitationsreisen durch Europa, Asien, Afrika (Mariannhill) und Nordamerika. im Dezember 1904 zum Administrator von Mariannhill ernannt, betrieb er die Loslösung des Missionsklosters vom Trappistenorden und die Gründung der Kongregation der Missionare von Mariannhill, die 1909 vollzogen wurde.

1924 erhielt er das Privileg zum Tragen eines violetten Pileolus und 1929 die Cappa magna. 1925 wurde er zum Ehrendomherrn der Straßburger Kathedrale ernannt.

Dom Edmund sammelte viele mittelalterliche Handschriften und Inkunabeln, um eine klassische mittelalterliche Zisterzienserbibliothek aufzubauen. 1973 wurde die Sammlung dem Institut für zisterziensische Studien an der Western-Michigan-Universität als Dauerleihgabe übergeben. Sie besteht aus über hundert Handschriften, 61 Inkunabeln und hunderten von Büchern aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert. Der Katalog (und Dokumente aus der Zeit der Französischen Revolution) wurde 2016 vom Center for Cistercian and Monastic Studies herausgegeben.

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Daten:

V.: Nicolas Obrecht, Landwirt; M.: Sophie Mathis; Vest.: 10. Feb. 1875; Prof.: 19. März 1877, 28. Mai 1882; Sup.: el. 24. Jan. 1898; Abbas: el. 11. Okt. 1898, ben. 28. Okt. 1898; Dev.: Christus mihi lux, Maria mihi dux.

Werke:

(mit Marie-Eutrope Proust): Gethsemani Abbey. A narrative. 1899 (Neuauflage Lexington, Ky., University of Kentucky, 2002).

Literatur:

Le décès et les obsèques du Révérend Père Dom Edmond Obrecht, abbé de Notre-Dame de Gethsemani, Kentucky États-Unis, in: Collectanea Cisterciensia (1935) 25–29 · Charrier, Henri: Dom Edmond Obrecht (1852–1934), in: Collectanea Cisterciensia (1936) 25–29 · [P. Amedeus]: The Right Reverend Dom M. Edmond Obrecht, O.C.S.O., fourth abbot of Our Lady of Gethsemani (1852–1935). Abbey of Our Lady of Gethsemani, [ca. 1937] · Blatz, Jean-Paul: Obrecht, Edmond, in: Bernard Vogler et. al.: Dictionnaire du monde religieux dans la France contemporaine, Band 2 (L'Alsace). Paris : Beauchesne, 1987 · Elder, E. Rozanne; Steuer, Susan M. B. (Hrsg.): Catalogue of the manuscripts in the Dom Edmond Obrecht Collection of Gethsemani Abbey. Pre-1500 descriptions compiled by Anna Kirkwood-Graham and Chrysogonus Waddell OCSO. Post-1500 descriptions compiled by Arthur J. Russell and Micah Erwin. Western Michigan University, Kalamazoo, Medieval Institute Publications, 2016 (Reihe: Monasticism 1, 229 Seiten). ISBN 978-1-58044-222-0

Zitierempfehlung: Obrecht, Edmond, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 14.3.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Obrecht,_Edmond