Brühl, Eugen

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Eugen Brühl

Eugen Brühl

auch: Brüll, Bryll

39. Abt der Zisterzienserabtei Himmelwitz 1763–1781

* 1731 Sohrau, Oberschlesien [Żory, Polen]
† 7. Sep. 1781 Himmelwitz [Jemielnica]

Eugen Brühl, Taufname Cajetan, geboren 1731 als Sohn des Kantors Franz Bryll aus Sohrau, besuchte bereits ein Gymnasium, als er 1743 auf die Schule der Zisterzienserabtei Rauden (poln. Rudy) wechselte, deren guter Ruf sich rasch verbreitete. Bald trat er in die Tochterabtei Himmelwitz (poln. Jemielnica) ein, wurde am 20. September 1755 zum Priester geweiht und feierte am 25. Oktober die Primiz. Danach wurde er Prediger, Beichtvater in Trebnitz (Frauenkloster), zuletzt Magister der Schulen und Kantor in Himmelwitz. Nach dem Tod des Abtes Eugen Misura wurde er am 17. März 1763 vom Konvent auf den Dreiervorschlag gesetzt, der König Friedrich dem Großen zur Auswahl eines Abtes vorgelegt wurde. Installiert wurde er am 11. Mai 1763 durch Abt Augustinus Renner von Rauden und bestätigt durch Generalabt François Trouvé am 14. Juni. Noch im selben Jahr erhielt der Abt die Weihe durch den Fürstbischof, wahrscheinlich während dessen Aufenthalts im Minoritenkloster in Oppeln. Am 27. August 1764 legte er in Brieg vor dem Justizrat von Twardawa den Treueid ab.

Schon vor Brühls Amtsantritt hatte das Stift den königlichen Befehl erhalten, sechs Oderkähne bauen zu lassen. Der Prior Stefan Bartosch hatte am 7. Mai 1763 einen Vertrag für die ersten zwei Schiffe mit dem Unternehmer Georg Heretz abgeschlossen, jedoch verzögerte sich der Bau, sodass die Kriegs- und Domänenkammer im Dezember 1763 die Fertigstellung unter Strafandrohung bis Februar 1764 einforderte. Der Vertrag für die fehlenden Schiffe wurde am 8. Mai 1764 mit dem Schiffbauer Josef Wieschala abgeschlossen. Um den Wohlstand der im Schlesischen Krieg schwer heimgesuchten Provinz zu befördern, ordnete König Friedrich der Große auch den Klöstern und anderen geistlichen Stiften die Schaffung von Handwerksbetrieben, vor allem zur Textilherstellung (Leinen, Wolle, Seide), an. U.a. wurden nach Vorschrift des Spinnreglements vom 7. Juli 1765 in Himmelwitz und auf den Gütern Spinnschulen eingerichtet. Zur Finanzierung der wirtschaftlichen Unternehmungen und der Steuern wurden unter Abt Eugens Regierung Kredite in Höhe von 9480 Gulden aufgenommen.

Der Abt starb am Steckfluß am 7. September 1781.

gge


Daten:

Sac.: 20. Sep. 1755; Prim.: 25. Okt. 1755; Abbas: el. 17. März 1763, inst. 11. Mai 1763.

Literatur:

Weltzel, Augustin: Das Fürstliche Cistercienserstift Himmelwitz. Breslau 1895, S. 130–137 (Separatdruck aus dem Schlesischen Pastoralblatt XIII 1892, No. 6–21 und XIV 1893, No. 5–20.).

Zitierempfehlung: Brühl, Eugen, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 28.2.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Br%C3%BChl,_Eugen