Hauzenberger, Georg

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Georg Hauzenberger

Georg Hauzenberger

Abt des Zisterzienserstiftes Neuberg in der Steiermark 1747–1765

* 31. Juli 1693 Oberhaid, Böhmen [Horní Dvořiště, Tschechien]
† 26. Sep. 1765 Neuberg an der Mürz

Georg Hauzenberger, Taufname Laurentius, ein Deutschböhme aus Oberhaid, erhielt seine Gymnasialbildung in Krumau [Český Krumlov], hörte die Philosophie in Linz und Wien und wurde am 20. Dezember 1716 als Novize im Zisterzienserstift Neuberg in der Steiermark eingekleidet. 1717 legte er die Profess ab und wurde 1718 Priester.

Im Kloster war er Novizenmeister und zweimal Ökonom. Am 6. Dezember 1747 wurde er unter dem Vorsitz von Vaterabt Robert Leeb von Heiligenkreuz zum Abt gewählt. Die Zahl der Konventualen während seiner Regierungszeit betrug ungefähr dreißig, von denen aber nur etwa die Hälfte im Kloster lebte; die andere Hälfte lebte auf den auswärtigen Pfarrhöfen oder befand sich im Studium. Über die Namen der Konventualen gibt ein 1751 von dem damaligen Prior Eugen Assem angelegter Personalkatalog alle Patres und Fratres, die im Kloster Neuberg gelebt haben, Auskunft, der sich heute im Archiv des Stiftes Heiligenkreuz befindet.

Die Temporalverwaltung wurde zur Zeit des Abtes Georg komplizierter und schwieriger. Viel Arbeit machte der Neuberger Beitrag zum sog. Theresianischen Kataster. Das Eisenwesen lief in bescheidenem Umfang weiter. In der klösterlichen Schnitzwerkstatt entstanden Altaraufbauten für die Altäre der Seitenschiffe und die prachtvollen Schränke der Sakristei. Der Tabernakel trägt das Datum 1756.

Anfang September 1756 wurde Neuberg wie alle anderen niederösterreichischen und steierischen Zisterzienserabteien durch den Generalvikar Abt Rainer Kollmann vom Stift Zwettl visitiert. Dass dieser dabei keine oder nur geringe Mängel feststellte, ist auf das Wirken des Abtes Georg zurückzuführen, der Wert auf die Klosterdisziplin legte und trotz seines hohen Alters noch jeden Tag selbst die hl. Messe feierte. Seine Mönche sagten nach seinem Tod über ihn: „Er leitete uns nicht mit der Rute, sondern mit den goldenen Herzen der Liebe.“

Schwere Belastungen brachten dem Stift die in die letzten Lebensjahre des Abtes Georg fallenden Steuerforderungen zur Finanzierung des Siebenjährigen Krieges 1756–1763, die vielleicht auch der Grund dafür waren, dass Abt Georg seinem Nachfolger 96.600 Gulden Schulden hinterließ. Er starb am 26. September 1765 in Neuberg. Zu seinem Nachfolger wurde Josef Erco gewählt.

gge, Sep. 2017, rev. März 2019


Daten:

Prof.: 31. Dez. 1717; Prim.: 20. Aug. 1718; Abbas: el. 6. Dez. 1747.

Literatur:

Pichler, Franz Sales: Die Habsburger Stiftung Cistercienser Abtei Neuberg in Steiermark, Wien 1884 · Pickl, Othmar: Geschichte des Klosters und der Marktgemeinde Neuberg an der Mürz. Selbstverlag der Gemeinde Neuburg an der Mürz, 1996, S. 141–143.

Zitierempfehlung: Hauzenberger, Georg, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 7.3.2019, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Hauzenberger,_Georg