Johann von Briedel

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Johann von Briedel

Johann von Briedel

37. Abt des Klosters Himmerod 1558–1571

† 25. Juni 1571

Johannes VIII. (Minor) aus Briedel war von 1552 bis 1558 Cellerar und wurde nach dem Tod von Matthias Morsch (reg. 1542–58) am 27. Oktober 1558 unter dem Vorsitz der Äbte Daniel von Eberbach und Heinrich OSB von St. Matthias (Trier) zum Abt gewählt. Die Benediktion erhielt er durch den Trierer Weihbischof Gregor von Virneburg.

Unter Abt Johanns Regierung erlebte die Abtei Himmerod eine geistige Blütezeit. Die Zeitgenossen schildern ihn als hochgebildeten Humanisten und Liebhaber der Wissenschaften, der einen regen Austausch mit Gelehrten unterhielt. Mehrfach predigte der wegen seiner glänzenden Beredsamkeit „Mund des Klerus“ genannte Abt vor dem Trierer Erzbischof Johann IV. von der Leyen, der ihn sehr schätzte und mehrmals in Himmerod aufsuchte.

Abt Johann förderte nicht nur Künstler und Gelehrte, er verhalf auch begabten jungen Männern zum Studium, z.B. dem Himmeroder Klosterhirten und späteren Trierer Weihbischof Petrus aus Binsfeld. 1565 gewährte er dem Humanisten und Dichter Matthias Agritius († 1613) aus Wittlich einen Studienaufenthalt im Kloster, an dessen Hauslehranstalt damals eine Anzahl nahmhafter Dozenten tätig war.

1563 übertrug ihm Abt Louis de Baissey von Cîteaux die Visitation der Klöster beider Geschlechter in den Erzdiözesen Trier und Mainz. 1565 ernannte das Generalkapitel Abt Johann zum Visitator des Ordens im Bereich der Kurfürstentümer Mainz, Trier und Köln sowie der Herrschaft Geldern und deren Nachbargebieten. Die im Tochterkloster Heisterbach gefährdete Ordensdisziplin festigte er, indem er dort seinen Cellerar Johannes aus St. Vith als Abt einsetzte.

Abt Johann starb am 25. Juni 1571 im Alter von 50 Jahren und wurde im Kapitelsaal begraben. Sein Nachfolger wurde Gregor Simonis.

gge, Juni 2018


Daten:

Abbas: el. 27. Okt. 1558.

Literatur:

Schneider, Ambrosius: Die Cistercienserabtei Himmerod von der Renaissance bis zur Auflösung 1511–1802. Köln: Wienand, 1976, S. 5 · Ders.: Die Äbte der Cistercienserabtei Himmerod, in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 12 (1960), S. 53–74.

Normdaten:

GND: 1051188679 · BEACON-Findbuch · CERL: cnp01957997

Zitierempfehlung: Johann von Briedel, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 9.6.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Johann_von_Briedel