Münzer, Leopold

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Leopold Münzer

Leopold Münzer

Abt des Klosters Tennenbach 1725–1754

* vor 1690 Freiburg im Breisgau
† 12. Aug. 1754 Tennenbach bei Freiamt

Leopold Münzer stammte aus Freiburg und war ein Bruder des Abtes der Benediktinerabtei Schuttern, Franziskus Münzer OSB (reg. 1727–1751). Er wurde am 23. Januar 1725 zum Abt des Klosters Tennenbach gewählt, das zwei Jahre zuvor, 1723, mit Ausnahme der Kirche und des Ostflügels, durch einen Großbrand zerstört worden war. Bis dahin war er Beichtvater in der Zisterzienserinnenabtei Friedenweiler (Villa Pacis) bei Neustadt im Schwarzwald gewesen, deren Kirche und die Konventgebäude im März 1725 ebenfalls abbrannten.

Abt Leopold beauftragte noch im selben Jahr den Vorarlberger Baumeister Peter Thumb mit dem Wiederaufbau von Friedenweiler, dessen Bewohnerinnen schon 1727 wieder einziehen konnten, später auch mit dem pompösen barocken Neubau der Abtei Tennenbach, der von 1726 bis 1741 dauerte. Auch den neubauähnlichen Umbau des Zisterzienserinnenklosters Günterstal bei Freiburg übertrug Abt Leopold Baumeister Thumb. Der begann 1727 mit der Kirche, die Abt Leopold 1731 weihte, und endete 1737 mit der Erstellung der Konventgebäude.

Die dreißigjährige Regierungszeit des Abtes Leopold ist nicht nur durch Neubauten geprägt, sondern auch durch harte Kriegszeiten. Der polnische und der österreichische Erbfolgekrieg wurden auch im Breisgau ausgetragen und forderten dem Kloster hohe Kriegslasten ab. In Abt Leopolds Zeit fällt auch der von den Schwestern gewünschte Wechsel der Paternität über die Zisterzienserinnenabtei Olsberg in der Schweiz von Lützel nach Tennenbach. Damit war der Tennenbacher Abt als Vaterabt für die Klöster Günterstal, Wonnental, Friedenweiler, Lichtenthal, Wald und Olsberg zuständig.

Leopold Münzer starb am 12. August 1754 (pridie idus augusti). Gallus Mezler OSB bezeichnet ihn in seiner Äbtechronik als mutigen Verteidiger der Klosterrechte und als erster Assessor das lebendige Protokoll der Landstände, Sein Nachfolger wurde Benedikt Stöcklin aus Breisach.

gge, Dez. 2018


Daten:

Abbas: el. 23. Jan. 1725.

Literatur:

Schneider, Anton: Die ehemalige Zisterzienser-Abtei Porta Coeli im Breisgau, 1904 · Pater Gallus Mezler, monachus sanct Galli OSB: Die Äbte von Thennenbach und St. Georgen. Unter: Monumenta historico-chronologica monastica, in: Freiburger Diözesan Archiv 15 (1882), S. 225–246.

Zitierempfehlung: Münzer, Leopold, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 15.1.2019, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/M%C3%BCnzer,_Leopold