Mayr, Judas Thaddäus

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Judas Thaddäus Mayr

Judas Thaddäus Mayr

Abt des Klosters Kaisheim 1696–1698; Philosophieprofessor in Ingolstadt

* 25. Nov. 1648 Buchdorf, Lkrs. Donau-Ries
† 25. Feb. 1698

Thaddäus Mayr, geboren am 25. November 1648 als Sohn armer Eltern, wurde schon in seiner Jugend ins Kloster Kaisheim aufgenommen, zunächst als Messdiener am Altar, dann als Küchenhilfe. Da ihm dieser Dienst nicht gefiel, floh er mit Hyacinth Delneffe nach Eichstädt und begann ein Studium.

Er wandte sich nun an Abt Georg Molitor, von dem er auch Unterstützung erhielt. 1666 wurde er als Novize aufgenommen, 1668 verteidigte er in Ingolstadt als Studierender der Philosophie mit Hyacinth Delneffe Thesen aus der Metaphysik, die er dem Abt Benedikt Hein widmete. 1675 zum Priester geweiht, wurde er zuerst Vikar in Leitheim, dann 1678 Professor der Kasuistik, 1679 Professor der Philosophie und 1681 Direktor in Ingolstadt, 1686 Oberbursner und schließlich, nach dem Tod seines Vorgängers Elias Götz, am 1. Juli 1696 zum Abt gewählt.

Als Oberbursner ließ er alle Güter der Untertanen beschreiben. Zweimal wurde er nach Cîteaux geschickt, wo er durch seine Gelehrsamkeit die Bewunderung des Ordensgenerals hervorrief. Auch die Professoren in Ingolstadt und Dillingen bewunderten und verehrten ihn. Der Klosterkonvent verehrte ihn wegen seines unbescholtenen Lebens und der Reinheit seiner Sitten.

Als Abt war seine Amtszeit zu kurz, um Bedeutendes bewirken zu können. Es heißt ihm sei bei einer Professablegungsfeier in Niederschönenfeld die Blase geplatzt, weil er wegen der vielen vornehmen Gäste nicht wagte, vom Tisch aufzustehen und den Raum zu verlassen, um sich zu erleichtern. Der eingetretene Brand machte seinem Leben am 25. Februar 1698 ein Ende. Ihm folgte Rogerius Röls.

gge, Okt. 2019


Daten:

Vest.: 1666; Sac.: 1675; Abbas: el. 1. Juli 1696.

werke:

Mayr, Thaddäus ; Delneffe, Hyacinthus: Disputatio philosophica de identitate ac distinctione. Ingolstadii: Ostermayr, [1671] (Digitalisat).

Literatur:

Steichele, Anton: Geschichte des Klosters Kaisersheim, in: Das Bisthum Augsburg, historisch und statistisch beschrieben, Band 2, Augsburg 1864, S. 610–660 · Schaidler, Martin: Chronik des ehemaligen Reichsstiftes Kaisersheim (Kaisheim). Nördlingen, 1867, S. 209–210 · Lindner Pirmin: Monasticon episcopatus Augustani antiqui, Bregenz 1913.

Normdaten:

GND: 123982154 · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Mayr, Judas Thaddäus, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 28.10.2019, URL: http://www.biocist.org/wiki/Mayr,_Judas_Thadd%C3%A4us