Strommer, Alberich

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Alberich Strommer OCist
Foto: Stift Heiligenkreuz

Alberich Strommer OCist

Archivar und Prior des Stiftes Heiligenkreuz, Stiftspfarrer; Hochschullehrer, Dekan der Phil.-Theol. Hochschule Heiligenkreuz

* 14. Nov. 1925 Schattendorf, Burgenland
03. Sep. 2013 Wien

Als Matthias Strommer wurde er am 14. November 1925 in Schattendorf (Burgenland) geboren. Er besuchte zunächst das Gymnasium in Eisenstadt, dann in Wiener Neustadt, wo er im Neukloster die Zisterzienser kennenlernte. Während des 2. Weltkrieges leistete er von 1943 bis 1945 Militärdienst bei einer Pioniereinheit in Kroatien, Ungarn und Italien. 1946 wurde er aus der englischen Kriegsgefangenschaft entlassen. Seine Tagebücher, die er seit dieser Zeit bis ins hohe Alter führte, sind noch ein versiegeltes Werk.

Am 26. Oktober 1946 trat Strommer in das Heiligenkreuzer Noviziat ein und legte am 28. Oktober 1947 seine Profess auf Heiligenkreuz ab. Im Anschluss daran studierte er bis 1952 an der Hauslehranstalt. Dabei wurde er als junger Mönch von dem damaligen jungen Abt Karl Braunstorfer und dessen hohem Ideal vom klösterlichen Leben geprägt. Am 29. Juni 1951 wurde er von Theodor Kardinal Innitzer im Stephansdom zum Priester geweiht. Bei seiner Klosterprimiz hielt der spätere Prior P. Walter Schücker die Predigt.

P. Alberich wirkte von 1952 bis 1954 zunächst als Präfekt im Heiligenkreuzer Konvikt. Danach war er Kirchenrektor in Grub, Kaplan in Heiligenkreuz, Kooperator im Neukloster, Excurrens in Würflach, Pfarrer in Trumau (1957–1959) und Vikar in Pfaffstätten. Von 1959 bis 1966 war er Novizenmeister im Stift Heiligenkreuz und ein Jahr lang auch Klerikermagister. Seit 1965 war er wieder in der Seelsorge tätig, zunächst in Siegenfeld und danach von 1966 bis 1976 als Stiftspfarrer in Heiligenkreuz.

1976 begann er seine Dissertation über den Neuklosterabt Anton Wohlfarth (1756–1836), die er 1981 an der Theologischen Fakultät der Universität Wien erfolgreich abschloss. Von 1978 bis 1983 war er Subprior im Stift. Abt Gerhard Hradil ernannte ihn 1983 zu seinem ersten Prior. Dieses Amt trug er bis zu seinem 70. Lebensjahr und wurde danach wieder Subprior bis zum Jahr 2001. An der Hochschule lehrte er von 1982 bis zum Jahr 2000 als Professor für Patrologie, Ordens- und Kirchengeschichte. Zweimal wurde er zum Dekan der Hochschule bestellt, 1985–1987 und 1991–1993. Dieses Amt gab er ab als er im Juni 1993 einen leichten Schlaganfall erlitt.

Von 1989 bis 2009 war er Stiftsarchivar. Er verfügte über ein phänomenales Gedächtnis, das ihn auch nach seinem Schlaganfall nicht verließ, und war ein brillanter Rhetoriker, der mit Überzeugungskraft das Wort Gottes verkündete. Seine besondere Aufmerksamkeit galt dem lateinischen Chorgebet und dem gregorianischen Choral. Die Kenntnisse darüber brachte er sowohl im Unterricht als auch bei der Erstellung des neuen Psalteriums ein.

Alberich Strommer starb am 3. September 2013 im Hartmannspital in Wien und wurde am 12. September 2013, dem Fest Mariä Namen, auf dem Stiftsfriedhof beigesetzt.

Maximilian Heim


Daten:

Vest.: 26. Okt. 1946; Prof.: 28. Okt. 1947; Sac.: 29. Juni 1951.

Werke:

Anton Wohlfarth. 1801 bis 1836 Abt des Neuklosters in Wiener Neustadt, ein Repräsentant des Spätjosephinismus. Ein Beitrag zur Geschichte des seit 1881 mit dem Stift Heiligenkreuz vereinigten Neuklosters (Heiligenkreuzer Studienreihe, Bd. 3). Heiligenkreuz 1984, ohne ISBN.

Literatur:

Nachruf in Sancta Crux 129 (2014), S. · Parte · Schachenmayr, Alkuin: Prägende Professoren in der Entwicklung des theologischen Lehrbetriebes im Cistercienserstift Heiligenkreuz 1802–2002. Langwaden: Bernardus, 2004, S. 310 [Kurzbiographie].

Normdaten:

GND: 112838111 · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Strommer, Alberich, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 5.3.2014, URL: http://www.biocist.org/wiki/Strommer,_Alberich