Weidner, Bernhard

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Bernhard Weidner

Bernhard Weidner

56. Abt von Wilhering

* Mai 1640 Linz
† 27. Mai 1709 Wilhering

Bernhard Weidner war Abt in der Zeit der Türkenkriege und des Spanischen Erbfolgekriegs, von denen Wilhering aber nur mittelbar betroffen war. Geboren im Mai 1640 in Linz als Sohn eines Schusters, war er in das Stift Wilhering eingetreten und nach dem Studium in Graz 1664 zum Priester geweiht worden. Nach 1666 war er Seelsorger in Ottensheim, dann zwei Jahre Kooperator und seit 1671 Pfarrer in Gramastetten, bis er am 15. März 1681[1], ein halbes Jahr nach dem Tod des Abtes Malachias Braunmüller (8. Dez. 1680), zum 56. Abt von Wilhering gewählt und durch den Heiligenkreuzer Abt Clemens Schaeffer als Generalvikar geweiht wurde. Knapp drei Wochen nach der Benediktion ernannte ihn Kaiser Leopold I. zum kaiserlichen Rat (8. April 1681).

Abt Bernhard übernahm ein finanziell gut situiertes Kloster. Trotz der infolge der Kriege dem Prälatenstand aufgebürdeten exorbitant hohen Steuern und Abgaben und der zwei Hungersnöte (1692–1694 und 1698–1702), die das Land Oberösterreich während seiner Regierungszeit heimsuchten, konnte er den Meierhof, die Taverne und das Bräuhaus umbauen, die Abteikirche neu ausgestalten und auch einige Pfarrkirchen mit Glocken ausstatten und neue Pfarrhöfe bauen lassen. Als Prälat und Grundherr war Abt Bernhard zweimal Deputierter der Stände und 1696–1706 auch Landtagskommissär. Als Klostervorsteher nahm er 29 Neuprofessen in das Stift auf. Rainer Schraml (2004) nennt daher auch den aus 34 Mitgliedern bestehenden Konvent Weidners »wertvollstes Vermächtnis«.

Abt Bernhard Weidner starb am 27. Mai 1709 und wurde in der Grundemannkapelle, einer Nebenkapelle der Stiftskirche, beigesetzt. Dort befindet sich sein monumentales Grabmal noch heute.

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  1. lt. Angaben auf der Website des Stiftes Wilhering. Schraml (2004) gibt an, das Datum der Wahl sei nicht genau bekannt.

Bibliographie:

Schraml, Rainer F.: Bernhard Weidner (1640–1709). Ein Linzer Schusterssohn als Abt des Zisterzienserstiftes Wilhering in Oberösterreich., in: Historisches Jahrbuch der Stadt Linz 2003/2004. Linz, 2004, S. 359–374.

Zitierempfehlung: Weidner, Bernhard, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 14.1.2015, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Weidner,_Bernhard