Wendschuh, Franz

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Franz Wendschuh

Franz Wendschuh von Zdir

tsch.: František Wendschuh rytíř ze Zdíře

Abt des Stiftes Hohenfurt in Böhmen 1688–1690

* 01. Dez. 1654 Wittichenau, Landkreis Bautzen
† 23./24. April 1690 Hohenfurt [Vyšší Brod, Tschechien]

Franz Wendschuh, seit 1659 Ritter von Zdir (Sdier), war ein Neffe des Abtes Georg Wendschuh und stammte wie dieser aus Wittichenau in der Lausitz. Er machte am 8. September 1677 Profess im Kloster Hohenfurt und wurde am 20. August 1680 Priester. Nach Vollendung seiner Studien im Bernardinum in Prag wurde er am 31. Januar 1688 unter dem Vorsitz des Abtes Andreas Trojer von Plass in Vertretung des erkrankten Generalvikars Benedikt Zaunmüller zum Abt gewählt. Der Wahl vorausgegangen waren längere Verhandlungen mit dem Vaterabt Bernhard Weidner von Wilhering und dem Krumauer Fürsten Johann Christian von Eggenberg über den Wahlmodus. Abt Bernhard war der Wahl schließlich ferngeblieben, legte aber beim Generalabt in Cîteaux erfolglos Beschwerde ein.

Abt Franz führte den Streit mit den Serviten um den Gottesdienst in der Hernlesbrunner Kapelle weiter. Als Fürst Eggenberg dem 1688 gewählten Generalvikar Trojer die Visitation in Hohenfurt (und Goldenkron) verweigerte, beschwerte sich Abt Wendschuh beim Kaiser, der den Fürsten in seine Schranken wies. Die Visitation selbst erlebte Wendschuh jedoch nicht mehr, sie fand am 5. Juli 1690, während des Interregnums nach seinem Tod, statt.

Am 23. Januar 1689 legte Abt Franz den Grundstein zum Bau des Schlosses Komarschitz, [Komařice], jedoch kam der Bau nach seinem Tod zu einem vorläufigen Halt, weil ein Brand die Dächer des Klosters noch vor der Wahl seines Nachfolgers Bernhard Hartinger zerstörte (17. Juni 1690) und das Baumaterial zum Wiederaufbau gebraucht wurde. Das Schloss in Komarschitz wurde erst 1697 vollendet.

Franz Wendschuh stand dem Kloster nur zwei Jahre vor und starb schon am 23. (Nekrolog) oder 24. (Grabinschrift) April 1690. Er wurde im Grab des Abtes Georg Schroff in der Stiftskirche beigesetzt. Seine Grabplatte aus rotem Marmor trägt die Aufschrift: A. M. D. CLXXX die 24. Aprilis in Domino obiit Reverendissimus Perillustris ac Amplissimus D. D. Franciscus Wendschuh de Zdir, monasterii altovadensis abbas annis duobus: aetatis 36, professionis 13. Requiescat in pace.

gge, April 2017


Daten:

Prof.: 8. Sept. 1677; Sac. od. Prim.: 20. Aug. 1680; Abbas: el. 31. Jan. 1688.

Literatur:

Gottsmich, Severin: Hohenfurt. Zur Geschichte seines Stiftes und seiner Pfarreien, in: Cistercienser Chronik 76 (1969) S. 27–139 · Kaindl, Dominik: Geschichte des Zisterzienserstiftes Hohenfurt in Böhmen. Hohenfurt, 1930, S. 84–85 · Pavel, Raphael: Hohenfurt, in: Beiträge zur Geschichte der Cistercienser-Stifte. (=Xenia Bernardina III). Wien : A. Hölder, 1891, S. 344f. · Proschko, Franz Isidor: Das Cistercienser-Stift Hohenfurth in Böhmen. Linz: Babette Eurich, 1858 · Mikowec, Ferdinand Bretislav: Das Cistercienserstift Hohenfurt in Böhmen. Eine monografische Skizze. Wien und Olmütz: Eduard Hölzel, 1858 · M[illauer], M[aximilian]: Reihenfolge der Äbte des Cistercienser-Stiftes Hohenfurth, in: Monatschrift der Gesellschaft des Vaterländischen Museums in Böhmen, 2. Jg. Prag, 1828, S. 166–178.

Zitierempfehlung: Wendschuh, Franz, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 11.4.2017, URL: http://www.biocist.org/wiki/Wendschuh,_Franz