Wollmann, Regina

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Regina Wollmann
Foto: Curia generalizia OCist

Regina Wollmann OCist

55. Äbtissin von St. Marienthal, Ostritz 1993–2016

* 19. Jan. 1941 Sagan, Schlesien [Żagań, Polen]

Äbtissin Regina Wollmann, Taufname Isolde, wurde 1941 in Sagan/Schlesien geboren. Nach der Flucht fand ihre Mutter mit den fünf Kindern eine Unterkunft in Leipzig, der Vater war im Krieg gefallen. Als Vierzehnjährige absolvierte sie nach dem Schulanschluss im Ancillaheim des Klosters Marienthal ein Vorbereitungsjahr[1].

1959 trat sie als Kandidatin ins Kloster ein. 1961 legte sie die zeitlichen, 1964 die feierlichen Gelübde (Ewige Profess) ab. Im Kloster wurde sie Subpriorin. Als Heimleiterin sorgte sie für die behinderten Frauen im St. Josefs-Heim. Nach dem Tod der Äbtissin Pia Walter wählten die Schwestern sie am 12. Juli 1993 zur 55. Äbtissin von St. Marienthal. Die Bendiktion erhielt sie am 21. August 1993 durch den Generalabt Polykarp Zakar.

Während Äbtissin Reginas Amtszeit wurden die ehemaligen Ökonomiegebäude Schritt für Schritt saniert oder umgebaut, 1994 das Gästehaus St. Hedwig eröffnet, danach folgte das Celsa-Pia-Haus im ehemaligen Kuhstall. 1998 wurden der ehemalige Mühlenkomplex und das Schausägewerk eingeweiht. 1997 wurde mit dem Erweiterungsbau des Pater-Kolbe-Hofes in Schlegel begonnen, 1999 das neue Heim für 40 Bewohner eingeweiht. Auch das Kloster selbst wurde in den Jahren 2000 bis 2010 umfangreich saniert. Im August 2010 richtete ein Neiße-Hochwasser Schäden in Millionenhöhe an.

Wegen Überschreitens der Altersgrenze legte M. Regina ihr Amt im Februar 2016 nieder. Zu ihrer Nachfolgerin wurde die Priorin und Cellerarin Elisabeth Vaterodt gewählt.

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  1. Hier konnten sich Mädchen nach der 8. Klasse auf einen Beruf in kirchlichen Einrichtungen vorbereiten. Sie besuchten die Berufsschule in der Altstädter Schule und lernten bei den Schwestern unter anderem Hauswirtschaft.

Daten:

Vest.: 6. Juni 1960; Prof.: 17. Juni 1961; Abbatissa: el. 12. Juli 1993, ben. 21. Aug. 1993 (GA Polykarp Zakar); Dev.: Obsculta – Höre!

Auszeichnungen:

Sächsischer Verdienstorden (31. Mai 2010)

Literatur:

Schmacht, Josefine: Die Zisterzienserinnen-Abtei St. Marienthal von 1800–2010 im Spiegel ihrer Äbtissinnen. Eine Chronik der letzten 200 Jahre. 2. veränderte Auflage, Eigenverlag, 2010, S. 50ff.

Zitierempfehlung: Wollmann, Regina, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 23.2.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Wollmann,_Regina