Maresch, Candida

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Candida Maresch

Candida Maresch

27. Äbtissin des Klosters Frauental in Böhmen 1750–1766

* 09. Feb. 1711
† 1766

Candida Maresch (Mareschlin), geboren am 9. Februar 1711, wurde am 9. März 1750 unter dem Vorsitz des Abtes von Sedletz, Johann Reichknecht, zur Äbtissin des Zisterzienserinnenstifts Frauental (Pohled) gewählt.[1] Generalabt François Trouvé bestätigte die Wahl mit Datum 28. Januar 1751.[2]

Unter der tatkräftigen Mitwirkung des Propstes Gotthard Tureček ließ Äbtissin Candida 1752 eine Einsiedelei neben der Wallfahrtskapelle St. Anna erbauen und berief Franz Augustin Hartwig aus Brünn als Einsiedler dorthin. Da die Einnahmen aus der Wallfahrt hoch waren, konnte 1760 mit dem Bau einer neuen St.-Anna-Kirche in der Nähe der Kapelle begonnen werden, die 1761 eingeweiht wurde. Im selben Jahr wurde eine kleine Orgel eingebaut. Die Weihe des Hauptaltars nahm am 8. März 1761 mit päpstlicher Vollmacht Abt Gottfried Bylanski in der Stiftskirche Goldenkron vor. Es muss sich also um einen transportablen Altar gehandelt haben.

Mithilfe des wirtschaftlich versierten Propstes wurden schlechte oder ungenutzte Böden verbessert und unfruchtbare Wiesen urbar gemacht, oder – wo das nicht möglich war – in Teiche umgewandelt. Die vom Kloster gehaltene Schafrasse wurde gegen eine ertragreichere austauscht. Mit den dadurch erzielten Mehreinnahmen konnten die Schulden getilgt und die Klosterländereien durch Zukäufe arrondiert werden. Gerechtsame, die dem Stift entrissen worden waren, wurden wieder ans Kloster gebracht, wie z.B. die Jagdbarkeit bei Matzerau [Macourov]. Die glänzende finanzielle Lage des Klosters erlaubte es der Äbtissin auch, Kaiserin Maria Theresia um die Genehmigung zum Kauf des Gutes Brzewnitz [Břewnice] zu ersuchen. Welchen Erfolg das Gesuch hatte, ist nicht bekannt.

Mit Unterstützung des nächsten Propstes Heinrich Winter aus dem Kloster Sedletz kam 1764 der Vergleich zwischen dem Kloster Frauental und dem Freiherrn von Langendorf wegen des von Siebentann zu St. Anna auf den Frauentaler Grund und Boden übertragenen Schankrechtes zustande.

Während die Pröpste die äußeren Angelegenheiten besorgten, kümmerte sich Äbtissin Candida um die Disziplin im Inneren und die Ausstattung der St.-Anna-Kirche und der Klosterkirche mit Messgewändern und Kirchengerät. Besondere Aufmerksamkeit widmete sie auch der Erziehung der Kinder der Klosterdörfer. In den letzten Jahren ihrer Regierung machten sich in Frauental auch die Folgen des Siebenjährigen Krieges bemerkbar.[3]

Äbtissin Candida Maresch starb 1766. Zu ihrer Nachfolgerin wurde die Priorin Candida Adler gewählt.

gge, Dez. 2017

  1. Dem widerspricht, dass Kaiserin Maria Theresia sie lt. Anton Schubert: Urkunden-Regesten aus den ehemaligen Archiven der von Kaiser Joseph II. aufgehobenen Klöster Böhmens, Innsbruck: Wagner, 1901, S. 148, mit Datum Wien, 28. Januar 1750, bestätigte.
  2. Schubert, Anton: Urkunden-Regesten aus den ehemaligen Archiven der von Kaiser Joseph II. aufgehobenen Klöster Böhmens. Innsbruck: Wagner, 1901, S. 149
  3. In welcher Weise berichtet Feyfar nicht.

Daten:

Abbatissa: el. 9. März 1750.

Literatur:

Feyfar, Mathias Maria: Das ehemalige Cistercienserinen-Stift Frauenthal: (bei Deutschbrod in Böhmen). Nikolsburg: Eigenverlag, 1876.

Zitierempfehlung: Maresch, Candida, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 23.12.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Maresch,_Candida