Olivier, Victime

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Victime du Cœur-de-Jésus Olivier

Victime du Cœur-de-Jésus Olivier

2. Oberin von Lyon-Vaise/Maubec 1824–1839

* 1796 Celles-sur-Ource, Aube
† 16. Aug. 1839

1796 in Celles-sur-Ource im Département Aube geboren, gehört M. Victime du Cœur-de-Jésus (Catherine Olivier) nicht mehr zu der Schwesterngeneration, die den Klostersturm der Französischen Revolution miterlebt hatte. Sie war 25 Jahre alt und ehemalige Karmelitin als sie am 31. Mai 1821 in das Kloster Les Gardes eintrat, wo sie im folgenden Jahr die Profess ablegte.

1824 schickte sie Abt Augustin de Lestrange nach Lyon-Vaise (Notre-Dame de toute Consolation), um die altersschwache Oberin Marie du Saint-Esprit Allard abzulösen. Da sie ohne schriftliche Legitimation kam, wies der Hausgeistliche sie ab. Erst nachdem sich der Irrtum aufgeklärt hatte, übernahm sie die Leitung. Im Juli 1827 starb Abt Lestrange auf der Durchreise im Kloster Vaise.

Unter ihrer Führung wurde das Kloster 1834 nach Maubec in Montélimar bei Valence verlegt. Ein Teil der Schwestern kehrte 1837 auf Wunsch des Erzbischofs nach Lyon zurück und eröffnete dort ein Priorat unter der Leitung von Pacifique Spandl de l’Herze (1804–1868).

M. Victime stand dem Konvent bis zu ihrem frühen Tod 1839 vor. Abt Antoine Saulnier von der Abtei Melleray, der im Auftrag des Papstes alle französischen Klöster der Reform von La Trappe visitiert hatte, bezeichnet sie in seinem Visitationsbericht als „fromme und kluge Frau, die ihre Kommunität sehr gut führt“ (la supérieure est une femme, pieuse et sage, qui conduit très bien sa communauté)[1]. Das Generalkapitel der Observanz von La Trappe 1835 berichtet von Schwierigkeiten mit der Oberin, ohne genauer auszuführen, worin diese bestanden, kommt jedoch mehrfach darauf zurück. (Patefecit [...] abbas quaedam acta et verba superiorissae monialium lugdunensium, quae malam animi dispositionem produnt)[2]. Auch 1839 wird die Angelegenheit erneut behandelt.

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  1. Compte-rendu par ordre de Sa Sainteté de l’état des Maisons de la réforme de la Trappe établies en France. 1828. Par D. Antoine de Beauregard, abbé de Melleray. Abgedruckt in Revue Mabillon, Juillet-Septembre 1938, n° 111, p. 134ff.
  2. Acta capituli generalis anni 1835. Abgedruckt in Analecta Cisterciensia 27 (1971) 90ff.

Daten:

Prof.: 1822.

Literatur:

Kervingant, Marie: Monastic Odyssey. Kalamazoo, Mich.: Cistercian Publications, 1999, 405 [Des moniales face à la Révolution française : aux origines des Cisterciennes-Trappistines. Paris : Beauchesne, 1989], S. 351 · Delpal, Bernard: Le silence des moines. Les trappistes au XIXe siècle: France. Algérie. Syrie. Paris: Beauchesne, 1998, S. 129.

Zitierempfehlung: Olivier, Victime, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 21.4.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Olivier,_Victime