Spormayr, Edmund

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Edmund Spormayr

Edmund Spormayr

36. Abt des Zisterzienserstiftes Neuberg in der Steiermark 1730–1747

* 03. Sep. 1677 Graz
† 29. Sep. 1747

Edmundus Spormayr war der Sohn eines Grazer Seilmachers. Als 18jähriger in das Zisterzienserstift Neuberg eingetreten, legte er 1696 die Profess ab und feierte am 8. Dezember 1701 seine Primiz. Theologie hatte er in Graz studiert.

Nach dem Tod seines Vorgängers Gottfried Haller wurde er am 5. Januar 1731 unter dem Vorsitz des Vaterabtes Robert Leeb von Heiligenkreuz fast einstimmig[1] zum Abt gewählt und drei Tage später vom Generalvikar, Abt Chrysostomus Wieser von Lilienfeld, infuliert.

Da die zeitgleich mit der Wahl von Chrysostomus Wieser vorgenommene Visitation[2] des Klosters nur eine mittelmäßige Observanz festgestellt hatte, wurde dem Neugewählten die Verbesserung der Ordensdisziplin nahegelegt. Das Äbteverzeichnis rühmt denn auch seinen besonderen Eifer in der Förderung der geistlichen Disziplin und seine tiefe Marienverehrung. Er erneuerte die jährliche Wallfahrt zur Frauenbrunnkirche in Spital am Semmering, die er, wenn immer möglich, persönlich anführte.

Während seiner 17 Jahre währenden Regierung ließ Abt Edmund mehrere Verbesserungen und Neugestaltungen an den Gebäuden und den Außenanlagen vornehmen. Die Grabinschrift würdigt ihn daher auch als aedificiorum ecclesiae excultor. Für 4.000 Gulden ließ er den Weg durch das Höllental nach Kaiserbrunn fertigstellen, wofür ihm Kaiser Karl VI. 1732 in einem Handschreiben Ersatz der Kosten zusicherte. 1735 wurde er von der dazu bestellten Hauptkommission mit der Erhebung der Vermögensteuer von den geistlichen Institutionen beauftragt. Da er dem Kloster auch eine Abgabenermäßigung für die Eisenerzeugung erwirkte, besserte sich die Vermögenslage so sehr, dass er dem Stift Rein ein Darlehen von 1.600 Gulden geben konnte. In der Stiftskirche geht auf ihn die riesige muschelförmige Empore an der Nordwand zurück, außerdem die Barockfiguren des St.-Georgsaltares und zwei Altarbilder der Altäre an der Stirnwand der Seitenschiffe.

Er starb am 29. September 1747, als Professjubilar, an den Folgen eines zwei Tage zuvor erlittenen Schlaganfalls. Zu seinem Nachfolger wurde Georg Hauzenberger gewählt.

gge, März 2018, rev. März 2019

  1. Auf ihn entfielen 25 der anwesenden 27 Stimmen (Krones, S. 120).
  2. Abt Wieser visitierte Neuberg wieder im September 1733 und noch einmal im September 1737, ohne größere Mängel in der Ordensdisziplin festzustellen.

Daten:

Prof.: 1. Okt. 1696; Prim.: 8. Dez. 1701; Abbas: el. 5. Jan. 1731, ben. 8. Jan. 1731.

Literatur:

Pichler, Franz Sales: Die Habsburger Stiftung Cistercienser Abtei Neuberg in Steiermark, Wien 1884 · Krones, Georg: Robert Leeb, der letzte Barockabt von Heiligenkreuz (1688–1755). Phil. Diss. Wien 1935. Postum veröffentlicht in: Analecta Cisterciensia 11 (1955), S. 45–138 (hier: S. 120) · Pickl, Othmar: Geschichte des Klosters und der Marktgemeinde Neuberg an der Mürz. Selbstverlag der Gemeinde Neuburg an der Mürz, 1996, S. 139–141.

Zitierempfehlung: Spormayr, Edmund, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 7.3.2019, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Spormayr,_Edmund