Scipio, Laurentius

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Laurentius Scipio

Laurentius Scipio

eigentl. Laurentius Knittel

30. Abt von Ossegg 1650–1691

* 13. Nov. 1611 Oberlangenau, Schlesien [Długopole Górne]
† 17. Juli 1691 Ossegg

Am 18. März 1650 zum ersten Abt nach der Restitution (1626) des Klosters Ossegg gewählt, gelang es Laurentius Scipio in vierzigjähriger Regierungszeit, das im Dreißigjährigen Krieg und durch den Brand 1646 zerstörte Kloster wieder aufzubauen und zu neuer, v.a. auch wirtschaftlicher Blüte zu führen. Er schuf damit die Grundlage für den von seinem Nachfolger Benedikt Littwerig (reg. 1691–1726) veranlassten barocken Ausbau des Klosters.

Abt Laurentius ließ die im Krieg ausgebrannte Kirche erneuern und die Werkstätten, Meierhöfe und Wirtschaftsgebäude ausbauen. Westlich des Klosters ließ er einen großen Obst- und Gemüsegarten anlegen.

1678 beim Kaiser in Ungnade gefallen, legte Scipio sein Generalvikariat nieder, verließ Böhmen und ging nach Neuzelle, mit dessen Abt Eugenius Haumann (reg. 1685–1695) er befreundet war. Dort lebte er auf dem gepachteten Landgut Ossendorf. Erst 1688 kehrte er schwer krank nach Ossegg zurück. Trotz seines hohen Alters raffte er sich von dieser Krankheit wieder auf; er starb am 17. Juli 1691, nachdem er dem Kloster 41 Jahre lang vorgestanden hatte.

Von Bedeutung sind seine kritischen Anmerkungen zur gesellschaftlichen Entwicklung seiner Zeit (Aliqua gusius notata de mala nostra œconomia, 1677).

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Werke:

Des Abtes Laurentius Scipio von Ossegg Reise zum General-Capitel im Jahre 1667. CistC 8 (1896), S. 289–296, 321–328. · Eine Vicariats-Streitigkeit. CistC 9 (1897), S. 206–210, 235–238.

Literatur:

Schiel, Dominik: Ein Zisterzienserabt als Sozialpolitiker. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen 58 (1920) 15–38 · Seibt, Ferdinand et.al.: Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder, Bd. IV: Lieferung 1: Scip-Site – München : Oldenbourg, 2003. · Töpler, Winfried: Das Kloster Neuzelle und die weltlichen und geistlichen Mächte 1268–1817. Berlin, 2003, S. 335–336. · Siegl, Meinrad: Die Abtei Ossegg in Böhmen, in: Brunner, Sebastian: Ein Cisterzienserbuch. Würzburg 1881, S. 280ff., bes. S. 314–319.

Zitierempfehlung: Scipio, Laurentius, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 5.10.2012, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Scipio,_Laurentius