Wittig, Johannes

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Johannes Wittig

Johannes Wittig

38. Abt des Klosters Marienstatt 1636–1658

† 10. Okt. 1667 Koblenz-Metternich

Johannes Wittig (auch Widdig), Professe des Mutterklosters Heisterbach, wurde am 12. August 1636 in Marienstatt zum Abt gewählt und am 27. Januar 1637 vom Kölner Weihbischof Gutmann benediziert.

Das Kloster stand damals kurz vor der Auflösung. 1633, im Dreißigjährigen Krieg, war die Abtei zum schwedischen Krongut erklärt und geplündert worden. Die Mönche wurden vertrieben, sodass außer Abt Wittig nur noch ein Mönch und zwei Novizen in Marienstatt lebten.

Durch die Plünderungen und Verwüstungen war die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Abtei so stark eingeschränkt, dass sogar der Gottesdienst nicht mehr durchgeführt werden konnte. Abt Johann verpfändete oder verkaufte (Wellstein: verschleuderte) in den Jahren 1638 bis 1655 zahlreiche Klostergüter (u.a. verkaufte er 1653 den Klosterhof in Andernach). Mit den hohen Schulden hatte noch sein Nachfolger Johann Kaspar Pflüger zu kämpfen. 1658 protestierte Abt Widdig gegen die Versuche des Jesuitenordens, in Marienstatt ein Noviziat einzurichten.

Ende September 1657 und im August 1658 nahm Abt Johannes Blanckenberg von Altenberg als Generalvikar mit den Äbten Johannes Post von Himmerod und Franz Schaeffer von Heisterbach zwei Visitationen vor, in deren Folge Abt Johann am 12. August 1658 (Wellstein: 17. Aug.) „unfähig der Bürde“ resignierte. Er zog sich auf den Klosterhof Rhein-Metterich (Metternich) zurück, wo er am 10. Oktober 1667 an der in Koblenz grassierenden Pest starb. Dort, in der Pfarrkirche, wurde er auch begraben.

gge, Nov. 2017


Daten:

Abbas: el. 12. Aug. 1636, ben. 27. Jan. 1637.

Literatur:

Hillen, Christian: Das Erzbistum Köln 7: Die Zisterzienserabtei Marienstatt (Germania Sacra. Dritte Folge 14). Berlin/Boston: Walter de Gruyter, 2017, S. 85–86 · Struck, Wolf-Heino: Das Cistercienserkloster Marienstatt im Mittelalter. Wiesbaden: Historische Kommission für Nassau (= Veröffentlichungen der Historische Kommission für Nassau Bd. 18), 1965 · Wellstein, Gilbert: Die Cistercienserabtei Marienstatt im Westerwald. Limburg: Steffen, 1955, S. 313–315.

Zitierempfehlung: Wittig, Johannes, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 22.11.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Wittig,_Johannes