Schmid, Konrad

Konrad Schmid

Konrad Schmid

Abt der Zisterzienserstifte Neukloster 1540–1547 und Heiligenkreuz 1547–1558

* 1510 Überlingen
† 5. Juni 1558 Heiligenkreuz

Konrad Schmid, latinisiert Faber, aus Überlingen am Bodensee, trat 1534 unter Abt Johann Hartmann, seinem Onkel, in das Noviziat der Zisterzienserabtei Heiligenkreuz ein. Von 1537 bis 1540 war er dort Prior und wurde am 16. Juli 1540 unter dem Vorsitz des Abtes Hieronymus Feigl von Heiligenkreuz als Abt in das Stift Neukloster in Wiener Neustadt postuliert. Nach siebenjähriger Amtszeit wurde er am 16. Juli 1547 als Abt in sein Professkloster zurückgerufen.

Da er dort nur mehr zwei Priester, einen Laienbruder und zwei Novizen vorfand, schickte er seinen Hofmeister Leonhard Haiden, einen Schwaben, in seine Heimat, um dort um Nachwuchs für das Kloster zu werben. Haiden holte 18 teils noch jugendliche Studenten (Schüler) aus Überlingen, für die ein eigener Schulmeister eingestellt wurde. Sieben davon traten in das Noviziat ein, darunter Schmids Nachfolger Ulrich Molitor, P. Rauch (später Abt von Lilienfeld, Johannes Ackermann (später Prior in Heiligenkreuz), Laurenz Hengenmüller (später Subprior und Prior, dann Abt von Zwettl) und Martin Steingaden, ebenfalls später Abt von Zwettl. 1548 kamen weitere neun Studenten dazu, die im Kloster Aufnahme fanden.

Um einen Schulraum zu schaffen, ließ Abt Konrad das alte Kalefaktorium (die Wärmestube) beim Kreuzgang vergrößern, nicht nur für die Klosterschüler, sondern auch für die Sängerknaben. Mit großer Anstrengung ließ er die Stiftskirche und andere verwüstete Gebäude und Stiftshöfe wiederherstellen.

Für die von Abt Johann errichtete Mühle, deren Wasserkanal auch zum Betrieb der Stiftswerkstätten (Schmiede, Säge, Ziegelei) diente, ließ er statt des hölzernen Wasserwehrs eines aus Steinquadern und Eisen bauen. Das Dormitorium (den Mönchschlafsaal) ließ er neu herrichten und durch hölzerne Zwischenwände abteilen. Die alte Klosterküche ließ er abreißen und zwischen dem alten Keller und dem neuen Refektorium eine neue gewölbte Küche errichten. Der Kreuzgang wurde vom Schutt gereinigt, mit neuen Fensterscheiben versehen und gemeinsam mit dem großen Kellergebäude (Westtrakt) neu eingedeckt. 1555 wurde in der Stiftskirche 21 neue Altäre aufgestellt.

1552 ließ Abt Konrad einen Äbtekatalog anlegen. Er starb am 5. Juni 1558. Sein (schon zu Lebzeiten gefertigtes) Epitaph aus Rotmarmor befindet sich in der Stiftskirche Heiligenkreuz. Abt Konrad gilt wegen seiner vielen Maßnahmen als Retter des Stiftes Heiligenkreuz; auch tilgte er 808.000 fl. Schulden, weil sich die wirtschaftliche Lage des Klosters durch gute Ernten verbessert hatte.

gge, Dez. 2019, rev. Sep. 2020


Daten:

Abbas: el. 16. Juli 1540.

Literatur:

Watzl, Florian: Die Cistercienser von Heiligenkreuz. Graz 1898, S. 47 · Watzl, Hermann: Das Christusbild des Abtes Konrad Schmied von Heiligenkreuz. 1547–1558, in: Cistercienser Chronik 75 (1968), S. 181–186 · Lindner, August: Monasticon metropolis Salzburgensis, 1908 · Beitraege zur Geschichte der Cistercienser-Stifte, Wien 1891, S. 75 · Richter, Werner: Historia Sanctae Crucis: Beiträge zur Geschichte von Heiligenkreuz im Wienerwald 1133–2008. Heiligenkreuz: Be&Be, 2011. ISBN 978-3-902694-12-6.

Zitierempfehlung: Schmid, Konrad, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 9.09.2020, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Schmid,_Konrad

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