Consolation

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Notre-Dame de la Consolation


La Trappe de Yangjiaping zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Abbatia Beatæ Mariæ Virginis de Consolatione
Ort: Yangjiaping, Peking, China
Observanz: OCSO
gegründet: 1883
aufgehoben: 1947/54
Mutterabtei: Sept-Fons 1886
Tochterklöster: Phare (1897), Liesse/Lantao (1928), Peking (Asyl, 1947–1954)

ehemalige Zisterzienserabtei der strengeren Observanz in Yangjiaping bei Peking; gegründet 1883 durch Mönche von Tamié, zerstört durch die chinesischen Kommunisten 1947.

Geschichte

Die Gründung des Klosters Notre-Dame-de-la-Consolation (Unsere Liebe Frau vom Trost) geht zurück auf den französischen Missionsbischof Louis-Gabriel Delaplace CM, Apostolischer Vikar von Peking, der anlässlich seiner Teilnahme am 1. Vatikanischen Konzil von der Gräfin Stolberg einen Geldbetrag zur Gründung eines Klosters in China erhalten hatte und, nachdem ein Versuch mit Karmelitinnen fehlgeschlagen war, schließlich die Trappisten (Zisterzienser der strengeren Observanz) der Kongregation von Sept-Fons für sein Projekt hatte gewinnen können.

Eine Gründungsgruppe unter der Leitung des Priors von Tamié, Ephrem Seignol, reiste im März 1883 nach China und legte in einem verlassenen, rund 100 Kilometer nordwestlich von Peking gelegenen Tal in der nordchinesischen Provinz Hebei, jenseits der Großen Mauer, die Fundamente für die spätere Abtei Notre-Dame-de-la-Consolation. Den Namen hatte der hl. Johannes Bosco ausgewählt, den Seignol vor seiner Abreise in Rom besucht hatte. Am 16. Juni 1884 wurden die ersten Gebäude eingeweiht und bald traten die ersten chinesischen Novizen ein. 1886 wurde die Gründung selbständiges Priorat und am 8. Mai 1891 Abtei. Erster Abt war Bernard Favre aus der Abtei Grâce-Dieu, der 1896/97 das erste Tochterkloster, Notre-Dame-du-Phare (U.L.F. vom Leuchtturm) in Tobetsu, Japan, gründete. Bei seinem Tod 1900 zählte die Klostergemeinschaft über 70 Mönche, die meisten davon Chinesen.

Unter Favres Nachfolger Maur Veychard (reg. 1900–1919) erlebte das Kloster trotz des chinesischen Boxeraufstands eine Periode des Friedens und der Prosperität. 1926 erwähnt es Papst Pius XI. in seiner Missionsenzyklika Rerum Ecclesiae. Der dritte Abt Louis Brun (reg. 1921–1941) gründete 1927 ein zweites Tochterkloster, Notre-Dame-de-la-Liesse in Zhengding (正定镇), ebenfalls in der Provinz Hebei. Im Jahr seiner Demission hatte die Abtei, die sich nur dem Gebetsapostolat widmete und keine äußeren Missionen übernahm, mit rund 110 Mitgliedern ihren Personalhöchststand.

Im zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg (Kriegsbeginn Juli 1937) zwischen die Fronten der japanischen Besatzer und der chinesischen Partisanen geraten, wurde die Abtei mehrfach besetzt und geplündert; ein großer Teil der Mönche suchte 1940 Zuflucht im Priorat Liesse. Nach der Niederlage der Japaner im Zweiten Weltkrieg übernahmen chinesische Partisanen unter Mao-Tse-Tung die Macht in der Region. Abt Alexis Baillon wurde 1945 verhaftet. 1947 wurde die Abtei von den Partisanen besetzt, die Mönche gefangengenommen und im Juli und August 1947 in mehreren sog. Volksprozessen in der Abteikirche unter entwürdigenden Umständen abgeurteilt, gefoltert und verschleppt. 33 chinesische und europäische Trappisten kamen auf den nachfolgenden sog. Todesmärschen ums Leben, der Klosterkomplex wurde komplett zerstört.

Die Überlebenden, größtenteils Laienbrüder (Konversen), gruppierten sich Ende 1947 unter der Führung des Belgiers Jean-Marie Struyven in Peking neu und bewirtschafteten innerhalb der Stadtmauern eine Milchfarm mit Käserei. Auch dort kam es zu Neueintritten und Priesterweihen, sodass der im Verborgenen lebende Konvent wieder auf vierzig Mitglieder anwuchs, bis eine neue Verfolgungswelle auch dem Exilkloster ein Ende machte. Superior Struyven wurde 1953 augewiesen, der Konvent 1954 endgültig versprengt und in Arbeitslager verschleppt. Ein Teil der Mönche ging nach Lantao in Hongkong, wo der Restkonvent des aufgegebenen Priorats Liesse 1950 ein neues Kloster errichtet hatte (1999 Abtei). Der Klosterkomplex in Yangjiaping ist heute Ruine, das Gelände zum Teil neu bebaut.

Der Seligsprechungsprozess für die 33 Märtyrer von Notre-Dame-de-la-Consolation wurde 1998 von der chinesischen Bischofskonferenz eingeleitet.

Äbte und Obere

Ephrem Seignol 1883–1886
01. Bernard Favre 1886–1891 Titularprior, 1891–1900 Abt
02. Maur Veychard 1900–1904 Sup. ad nutum, 1904–1919 Abt
Albéric Achte 1919–1921 Sup. ad nutum
03. Louis Brun 1921–1941
04. Alexis Baillon 1941–1949
Michael Shu 1946–1947 Prior delegatus
Jean-Marie Struyven 1947–1949 Prior delegatus, 1949–1951 Sup. ad nutum
Benedikt Wang 1951–1954 Sup. ad nutum

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Literatur:

Limagne, Auguste: Les Trappistes en Chine. Paris: J. De Gigord, 1911 · Hubrecht, Alphonse CM: Une Trappe en Chine. Beijing: Imprimerie des Lazaristes, 1933 · Ren Dayi: Yangjiaping Shengmu shenweiyuan shi (Geschichte des Klosters Notre-Dame de la Consolation). Kongkong: n.p., 1978 · Quattrochi, Paolino Beltrame: Monaci nella tormenta ~ Moines dans la tourmente ~ Monks in the Blizzard : La „Passio” dei monaci trappisti di Yan-Kian-Ping e di Liesse, testimoni della fede nella Cina di Mao-Tze-Tung. Revue Citeaux, Citeaux 1991 · Fazzini, Gerolamo: The Red Book of Chinese Martyrs, translated by Michael Miller, San Francisco, Ignatius Press, 2009 · Moreau, Theresa Marie: Blood of the Martyrs. Trappist Monks in Communist China, Los Angeles: Veritas Est Libertas, 2012.

Zitierempfehlung: Consolation, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 28.2.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Consolation